Die Evolution der Virulenz

The evolution of virulence.
Copyright © C. M. Lively, Dept. of Biology, Indiana University
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Die Evolution der Virulenz. – Kürzlich begann ich mich dafür zu interessieren, warum Parasiten ihre Wirte manchmal so krank machen. Ein neueres Modell legt nahe, dass parasitäre Bösartigkeit mit den Interaktionen zwischen Fortpflanzungspartikeln zu tun haben könnten (Lively 2001). Das Modell zieht auch direkte Verbindungen mit der Genetic-Load-Theorie und mit den Mutationstheorien für die Erhaltung des Sexes.

Das grundlegende Resultat ist in der rechten Darstellung abgebildet. Die dünnen Linien bedeuten verschiedene Beziehungen zwischen den Überlebensfällen des Wirtes und der Anzahl von Parasitenfortpflanzungspartikeln, wenn sie übertragbar werden.

Die dicke Linie bedeutet den Gleichgewichtswert der Anzahl von Parasiten-Fortpflanzungspartikeln, die bei einer einzelnen Infektion produziert werden. Das Schlüsselergebnis lautet, dass die Überlebensrate des Wirtes mit dem parasitären Gleichgewichtswert steigt, wenn die Interaktionen zwischen den Fortpflanzungspartikeln steigen. Dieses Ergebnis passt mit den Ergebnissen aus der Theoretischen Populationsgenetik zusammen, welche zeigen, dass die Fitness in der Mutations-Selektions-Balance mit steigendem Synergismus unter schädlichen Mutationen wächst.

Zudem interessiere ich mich für die Effekte von multiplen Infektionen auf die Auswahl der Wachstumsraten von Parasiten im Wirt (Lively 2005). Meine Ergebnisse unterscheiden sich von den klassischen Resultaten, welche besagen, dass multiple simultane Infektionen im selben Wirt zu aggressiverem Wachstum der Parasiten im Wirt führen. Stattdessen zeigen meine Resultate, dass Co-Infektionen zu weniger aggressivem Wachstum von jedem der Co-Infektions-Stränge im Wirt führen können. Ich behaupte, dass der Unterschied direkt auf verschiedene Annahmen in den Modellen zurückzuführen ist.

Inzwischen bin ich auch sehr an der Ökologie der Virulenz interessiert. Indem ich Standard-Voraussetzungen bezüglich des Dichteeffektes für Wirtsgeburtsraten benutzte, fand ich heraus, dass Parasiten bei der Tragfähigkeit sehr virulent sein können, selbst wenn sie keinen Effekt auf die intrinsische Geburtsrate der infizierten Individuen haben. Tatsächlich können relativ kleine Infektionswirkungen auf die Empfindlichkeit der infizierten Individuen zum Wettbewerb zu Situationen führen, in denen die Parasiten den Wirt effektiv unfruchtbar machen (Lively 2006).

Lively, C.M.  2001. Propagule interactions and the evolution of virulence. Journal of Evolutionary Biology 14:317-324. (Vordruck)

Lively, C.M.  2005.  Evolution of virulence: coinfection and propagule production in spore–producing parasites.  BMC Evolutionary Biology 2005, 5:64

Lively, C. M.  2006.  The ecology of virulence.  Ecology Letters 9: 1089-1095.


Lies diese Seite in Rumänisch mit freundlicher Genehmigung von Alexandra Seremina und azoft

C. M. Lively, Dept. of Biology, Indiana University
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